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Das Wechselmodell im Sorgerecht

Das Wechselmodell – Abwechselnd zu Mama & Papa
Nach einer Trennung von Eltern gemeinsamer Kinder gibt es für diese unterschiedliche Möglichkeiten, das Sorgerecht und den Umgang mit ihren Kindern zu gestalten. Eines der möglichen Betreuungsmodelle ist das sogenannte Wechselmodell. Dieses Umgangsmodell zeichnet sich dadurch aus, dass beide Elternteile nach der Trennung ungefähr gleich viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Allerdings kommt das Wechselmodell noch längst nicht für alle Eltern in Frage, da gewisse Grundvoraussetzungen gegeben sein müssen.
Wie genau sieht das Wechselmodell aus?

Bei diesem Betreuungsmodell lebt das Kind abwechselnd und für einen gleich langen Zeitraum bei beiden Elternteilen. Durch diese Aufteilung der Zeit und Verantwortung soll das Kind mit beiden Eltern aufwachsen können und beide Eltern sollen ihr Umgangsrecht und Sorgerecht aktiv gestalten.

In der Praxis bedeutet das für das Leben der Kinder, dass sie mehrere Tage oder eine Woche bei dem einen Elternteil und anschließend die gleiche Zeit bei dem anderen Elternteil leben. Die Kinder erleben also ihren Alltag mit beiden Eltern und verbringen nicht nur Urlaube oder Besuche mit Mama oder Papa. Dies kann vorteilhaft für die Eltern-Kind-Beziehung sein, ist auf der anderen Seite aber auch eine große Bürde für die Kinder!

Wechselmodell kann gemeinsames Sorgerecht abbilden

Da die meisten Eltern auch nach einer Scheidung oder Trennung das gemeinsame Sorgerecht ausüben, ist es nur folgerichtig, dass sich dies auch in der Ausgestaltung des Umgangsrechts widerspiegelt. Durch das Wechselmodell können beide Eltern aktiv am Alltag und der Erziehung ihres Kindes teilhaben und sind nicht auf ihre Funktion als reine „Wochenendeltern“ beschränkt.

Das kann die durch die Scheidung oder Trennung beschädigte Eltern-Kind-Beziehung wieder stärken und dem Kind die Sicherheit geben, dass nach wie vor beide Elternteile in seinem Leben sind. Auf der anderen Seite stellt es für Kinder auch eine große Herausforderung dar, regelmäßig in einer anderen Wohnung mit einem anderen Elternteil zu leben.

Für wen ist das Wechselmodell überhaupt geeignet?

Damit das Wechselmodell für alle Beteiligten funktioniert, sollten idealerweise bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Die Wohnungen beider Elternteile sollten nicht zu weit voneinander entfernt liegen, damit das Kind nicht ständig aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen wird. Zudem ist es bei schulpflichtigen Kindern geboten, dass beide elterlichen Wohnungen in gut erreichbarer Nähe zur besuchten Schule liegen. Auch Freunde oder andere Familienmitglieder sollten von beiden Wohnungen problemlos besuchbar sein.

Das Wechselmodell ist zudem in der Praxis nur dann realisierbar, wenn das elterliche Verhältnis auch nach der Trennung zumindest so gut ist, dass eine beständige konstruktive Auseinandersetzung miteinander und die Organisation des Alltags problemlos möglich ist.

Grundsätzlich kann das Wechselmodell eine gute Möglichkeit sein, dass Eltern nach der Trennung oder Scheidung gemeinsam das Umgangs- und Sorgerecht ausüben können und den Kindern somit ein gewisses Maß an Stabilität und Kontinuität bieten. Allerdings sollte stets dabei darauf geachtet werden, ob das Wechselmodell der Entwicklung des Kindes tatsächlich guttut.